QR400 #1: Planung und Mathematik

Winter setzt ein, es wird Zeit für ein neues Projekt. Und diesmal habe ich mir was interessantes vorgenommen. Meine Black Widow 2 hat eine Weile gedient, und erscheint mir mittlerweile etwas groß als GoPro-Träger, auch wenn sie noch problemlos portabel ist. Auf der anderen Seite fliege ich sehr gerne meinen ZMR, doch möchte ich damit manchmal schön stabile Aufnahmen machen, die einen Gimbal erfordern (zB beim Chase-Fliegen hinter Flugzeugen). Also musste ein Mittelding her.

Ich habe mich für den QR400 Rahmen entschieden. Er ist unkompliziert, robust, und mit dem simplen Klappkonzept wunderbar transportabel – alles was ich von dem nächsten Copter haben will. Die 9″ Größe erscheint mir als sinnvolles Mittelmaß zwischen den 13″ der BW2 und den 6″ des ZMR, um beides gute Schwebezeiten sowie Flugdynamik zu erreichen.

Geplante Teileauflistung sieht wie folgt aus:

Als FC soll die neue Entwicklung vom Nick Arsov dienen, der hier im Forum durch den AUAV-X2 bekannt ist – nämlich der XRacer V1. In Kürze für die die es nicht kennen: eine Pixhawk-Weiterentwicklung in 36x36mm Format, dazu das passende ACSP4 PDB/PowerModul in selber Größe. Ich bin den 2. Prototypen der Black Widow V2 mit einer Pixhawk geflogen, und seit der Version 3.2 mit aktiviertem EKF hat auch der Acro-Modus recht gut überzeugt – daher denke ich, dass der XRacer sehr wohl als eine „eierlegende Wollmilchsau“ der FCs für das Projekt herhalten kann. Natürlich wird hier kein so perfektes Acro erwartet wie auf einem reinrassigen Racer mit F3-basierten FCs und Betaflight, aber ich denke es sollte durchaus akzeptabel werden; und es stehen alle GPS- und Autonomie-Funktionen der Pixhawk zur Verfügung.


Der Copter ist für den Einsatz mit einer sehr breiten Palette von Lipo-Größen ausgelegt. Ehrlich gesagt bin ich selbst erstaunt, wie breit die geworden ist:

Die mit „*“ markierten Lipos geben nicht genug Strom her für Dauervollgas, sind also eher ungeeignet bzw. nur für langsame Schwebeflüge.

Motorleistungsdaten sind aus der Tabelle des X2212 Motors bei Flyduino bezogen. Um die Akkudaten durchzurechnen und die obige Grafik sowie Tabelle aufzubauen, habe ich mir einen kleinen Python-Script geschrieben – wer was damit anfangen will, findet’s hier:https://gist.github.com/olexs/d4c4dabacbb5050ad5bb

Wie man sieht, sind nahezu alle handelsüblichen 4S Lipos auf dem Copter benutzbar. Mit den Racer-Lipos (4S 1800) kann man nur wenige Minuten fliegen, hat dafür eine Menge Schub für schnelle Flüge (Rennen, Chase hinter schnellen Coptern/Fliegern). Und wenn man mal länger fliegen braucht mit nicht so viel Wumms, dann schnallt man etwas in 4S 5000 aufwärts Größe drauf. Selbst abstruse Randfälle wie der Multistar 4S 16000 sind rechnerisch noch fliegbar – da scheitert’s dann aber eher am Befestigen des Lipos am Copter

Tatsächlich besitzen tu ich aus der Auswahl bisher die Tattu 1800er, Hacker 5000er sowie einen Tattu 6750er. Werde also praktische Ergebnise zumindest zu den paar Größen liefern können, sobald der Copter fertig ist.


Momentaner Projektstand: späte Konzeptphase bis frühe Einkaufsphase. Den Gimbal und das OSD habe ich hier im Forum beides gebraucht geholt, liegen schon hier. Der Rest wird langsam eingekauft… wenn die BW2 verkauft wird, könnte sich der Prozess deutlich beschleunigen