Balkonkraftwerk auf der Gartenhütte

Ich denke schon länger darüber nach, mir Solar zuzulegen. In Deutschland sind “Balkonkraftwerke” in den letzten Jahren sehr beliebt geworden – aus gutem Grund: Man kann einen großen Teil seines Stromverbrauchs mit preiswerter Hardware ausgleichen, und da Netzstrom hier teuer ist, amortisiert sich so eine Anlage in vielen Fällen schon nach ein bis zwei Jahren. Und innerhalb gewisser Grenzen ist alles selbst machbar, ohne Genehmigung oder Elektriker – die Anlage wird einfach über eine normale Schuko-Steckdose angeschlossen.

In meiner alten Wohnung war der Balkon nach Nordosten ausgerichtet und stark von Bäumen beschattet, daher hat sich eine Installation nicht gelohnt. Aber sobald wir ins neue Haus gezogen sind, habe ich angefangen, eine Anlage auf einer der Gartenhütten zu planen. Und an diesem Wochenende ist sie endlich fertig geworden:

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Die Hardware, für die ich mich entschieden habe:

  • Zendure SolarFlow 800 Pro – All-in-One 2,6 kWp Wechselrichter + 1,92 kWh integrierter Speicher, mit bis zu 800 W Netzausgangsleistung (Maximum für eine genehmigungsfreie “Balkonkraftwerk”-Installation)
  • 4x 500 Wp Sonnex bifaziale Module (insgesamt 2 kWp – ebenfalls das Maximum ohne Genehmigung)
  • Ziegeldach-Montageset + Blechziegel für die Dachhaken (überraschend teuer, aber im Grunde Lego für Erwachsene und alles bombenfest, also wahrscheinlich eine gute Investition)
  • Etwa 45 Meter 6mm² Solarkabel, ein Haufen MC4-Stecker und eine industrielle Menge an Kabelbindern

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Das Zendure-System ist top. Super einfach einzurichten, und der integrierte Speicher ist auch nett. Man kann den Speicher auch erweitern – bis zu 4 zusätzliche Akkupacks mit je 1,92 kWh. Ich überlege tatsächlich, einen hinzuzufügen.

Natürlich ist das Ganze auch in Home Assistant integriert. Funktioniert praktisch Out-of-the-Box, liest sogar den bestehenden HA-Stromzähler-Sensor aus und sorgt dafür, dass nur so viel ins Netz eingespeist wird, wie nötig ist, um den Netzbezug bei null zu halten (“Nulleinspeisung”). Jede Überproduktion darüber hinaus geht in den Akku und wird dann über Nacht verbraucht. Sehr elegant, finde ich.

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Nutzungsstatistik vom ersten Tag. Das obere Diagramm zeigt selbst verbrauchte Solarproduktion (gelb), Akku-Ladung (pink) und dann Akku-Nutzung (türkis).

Blau und Dunkelblau sind die Netzbezüge unserer beiden Zähler – nicht ganz null, da ein Zähler komplett vom System separat ist und der andere gelegentlich auch höhere Spitzenlasten hat, als die 800 W, die das System liefern kann, sodass etwas zusätzlicher Netzstrom zum Ausgleich nötig ist.

Aber 47% Autarkie an einem sehr bewölkten Tag – mega. Und am Nachmittag gab es sogar Überproduktion, nachdem der Akku bereits voll war – weshalb ich überlege, die Anlage gleich von Anfang an mit extra Speicher zu erweitern. Mal schauen.

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